Aus dem Schuljahr 2020/2021

Erfahrungsbericht 1

 

Hallo, ich bin Lilly und absolviere gerade noch mein FSJ an der Christoph-Kolumbus Grundschule in Ingolstadt. Falls du dir einen kleinen Einblick über meine Arbeit hier verschaffen möchtest, habe ich hier eine kleine Zusammenfassung meines vergangenen Jahres für dich! :)

 

Ich habe mein Abitur 2020 am Apian-Gymnasium in Ingolstadt gemacht und hatte bis zum Schluss noch keine konkrete Idee, wie´s danach für mich weitergehen soll oder was ich studieren will. Deswegen wollte ich mein Jahr als „Pause“ trotzdem sinnvoll nutzen und hab mich direkt auf die Suche nach FSJ-Stellen in Ingolstadt gemacht, wobei ich dann schnell auf die Christoph-Kolumbus- Grundschule gestoßen bin, die eben ein FSJ im Bereich Sport anbietet. Auf der Internetseite der Bayerischen Sport Jugend (BSJ) konnte ich mich dann für die CKGS bewerben und kurze Zeit später wurde ich zu einem kurzen Schnuppertag vor Ort eingeladen. Da wurden mir dann die Schule und alles drum herum gezeigt, meine Aufgabenfelder erklärt und kurz darauf habe ich dem Direktor auch gleich meine Zusage gegeben. Mein erster Eindruck war schon sehr positiv, da alle total nett waren und ich mich gleich wohl dort gefühlt habe!

 

Bevor es dann richtig los ging, hatte ich in München mit noch ca. 20 anderen Teilnehmern einen dreiwöchigen Lehrgang für den C-Übungsleiter. Diesen Schein benötigt man, um mit den Kindern später auch selbständig Sportunterricht machen zu dürfen. Wir haben auf dem Lehrgang viele verschiedene Sportarten praktisch ausgeübt und auch theoretisch durchgesprochen, zum Schluss wurde das Ganze mit einer theoretischen sowie praktischen Prüfung abgeschlossen. Beides war super machbar, also keine Sorge :). Außerdem habe ich da dann die anderen beiden FSJler, Sanya und Janik kennen gelernt.

 

Wir drei wurden an der Christoph-Kolumbus Grundschule dann zunächst den drei Ganztagsklassen der vierten Jahrgangsstufe zugeteilt, wo wir hauptsächlich nachmittags in der Studierzeit, also der Hausaufgabenzeit eingeteilt waren und einzelnen Kindern bei ihren Aufgaben helfen konnten. Der Vormittag war für uns drei größtenteils mit Sportunterricht in unterschiedlichen Klassen gefüllt, wo wir immer zusammen mit einer Lehrkraft zunächst beim Ablauf der Sportstunde unterstützen durften und teilweise auch schon eigene Bewegungseinheiten anleiten durften. Dadurch habe ich schnell gelernt, mich auf die verschiedenen Klassen einzustellen und habe mir auch immer schneller mehr zugetraut. Manchmal habe ich das Auf- oder Abwärmen übernommen, manchmal kleine Spiele zwischendrin oder den Auf- und Abbau von Parcours in der Halle übernommen. In meiner vierten Klasse war es so, dass es keine feste Lehrkraft für den Sportunterricht gab und ich mir deswegen selbst den Ablauf für die Sportstunden überlegen und auch alles selbst durchführen durfte. Ähnlich war es auch in den AGs, die jeweils Montagnachmittag für die 1./2. Klassen stattgefunden haben und am Mittwoch für die 3./4. Klassen. Da hatte ich teilweise auch die alleinige Verantwortung für das Programm einer Gruppe und konnte da ganz viele verschiedene Sachen ausprobieren mit den Kindern. Die alleinige Leitung von Sportstunden oder einer AG wird dir natürlich nur dann übertragen, wenn du dich bereit und wohl fühlst! Was zu meinem Tag dann noch dazu gekommen ist war die Mithilfe beim Vorbereiten des Frühstücks, was die Schule für die Kinder anbietet. Wir drei haben uns, immer abwechselnd, mit Frau Köstler ein wenig vor Beginn der ersten Stunde um das herrichten eines gesunden Frühstücks für einige Kinder gekümmert. Die erste Schulstunde verbrachte ich oft in einer zweiten Klasse in der sogenannten Kommphase, die den Kindern der 1. Und 2. Klasse beim Einstieg in den Tag hilft. Daraufhin folgt der mit Sportstunden gefüllte Vormittag, wo eine weitere Aufgabe für mich die Pausenaufsicht im Pausenhof war. Dabei beaufsichtigen wir FSJler und auch einige Lehrer die Kinder in den Pausen, passen auf das nichts passiert und greifen bei Streitigkeiten ein. Dadurch, dass ja auch immer Lehrer anwesend waren, konnte ich mich immer an sie wenden wenn eine Situation für mich nicht zu handhaben war. Zusätzlich zu alldem durfte ich auch einige Male Klassen auf ihren Wandertagen begleiten, immer zusammen mit einer Lehrkraft natürlich. Das waren kleinere Ausflüge zum Spielplatz in der Nähe, aber auch längere, die Busfahrten und Wanderausflüge durch einen Wald beinhalteten. Da musste man dann immer noch ein extra Auge auf die Kinder haben, zum Beispiel beim Straße überqueren, dass alle leise sind im Bus usw.

 

Das war unsere Zeit die ersten Monate bis ca. zu den Weihnachtsferien, als die Schulen dann Corona bedingt zu machen mussten und irgendwann auch der Wechselunterricht startete. Ab da hat sich unser Aufgabenfeld dann ein bisschen verschoben, und zwar wurden wir dann in der Notbetreuung eingesetzt. Da kommen zum Beispiel nur die Kinder, deren Eltern sie während der eigentlichen Schulzeit nicht zu Hause betreuen können. Alle anderen mussten eben zu Hause lernen. Ich wurde dann der Gruppe mit den Kindern aus der dritten Klasse zu geteilt und hatte zusammen mit einem Lehrer die Aufgabe, mit den Kindern ihre Aufgaben und Lernvideos zu bearbeiten. Diese ganzen Aufgaben werden von den Klassenlehrern jeweils auf ein individuelles Padlet für jede Klasse hochgeladen, quasi ein Arbeitsplan für jeden Tag. Zur Hilfe nutzen die Kinder seit dem die Tabletts der Schule. Das alles war für die Schüler, die Lehrer und für uns eine ziemlich Umstellung und Herausforderung. Erst mal war es wichtig, die Kinder im Umgang mit den Tabletts und dem Padlet vertraut zu machen und wieder eine Routine rein zu bekommen, die irgendwie dem normalen Unterricht der Kinder ähnelt. Mit der Zeit hat das dann immer besser geklappt und wir haben dann relativ schnell damit begonnen, Sportvideos für die Kinder zu drehen. Für unsere vierten Klassen gab es eine Zeit lang einmal pro Woche sogar eine kleine Live-Sporteinheit von Sanya, Janik und mir. Die Videos haben wir immer in der Sporthalle gedreht und sie mit verschiedenen Inhalten gefüllt, mal gab es Tabata-Workouts, mal kleine Geschicklichkeitsaufgaben oder auch mal ein kurzes Tanzvideo. So haben wir den Sportteil unseres FSJ dann doch noch ausüben können und den Kindern im Homeschooling eine kleine Abwechslung bieten können. Jedes Jahr ist eine Aufgabe der FSJler auch noch ein Projekt zu organisieren und umzusetzen. Unser eigentlicher Plan war eigentlich eine Art Sportfest für alle Klassen zu veranstalten, aufgrund der aktuellen Lage ist das aber nicht wirklich umsetzbar. Deshalb haben wir uns jetzt dazu entschieden, unsere Sportvideos als Projekt zu nehmen, da darin ja auch viel Zeit und Arbeit steckt und sie uns jetzt über die letzten Monate begleitet haben.

 

Obwohl mein Jahr an der Christoph-Kolumbus Grundschule anders verlief als die letzten Jahre, ist es trotzdem ein super schönes Jahr gewesen. Sowie der Sportunterricht als auch die Arbeit in den Klassen und der Notbetreuung war die meiste Zeit total schön. Die letzen Monate haben viel Flexibilität von uns verlangt, denn jede Woche hat sich unser Einsatz wieder irgendwie geändert, zeitlich aber auch auf den Einsatzort bezogen. Für mich persönlich war das aber echt positiv, weil es so wirklich nie langweilig geworden ist und ich mich jeden Tag neuen Situationen und Herausforderungen stellen durfte. Ich habe viel über mich selbst, meine Grenzen und meine Fähigkeiten gelernt und mich vor allem die ganze Zeit über total wohl gefühlt dort. Auch wenn manche Tage mit viel Stress verbunden waren hatte ich nie das Gefühl, überfordert zu werden und immer wenn ich ein Problem oder was auf dem Herzen hatte, war Frau Baeck für uns immer eine tolle, verständnisvolle Ansprechpartnerin. Ich werde die Kinder nach diesem Jahr auf jeden Fall total vermissen und auch die gute und angenehme Arbeitsatmosphäre an der Schule, sowie auch die netten Kolleginnen und Kollegen. Wenn du dich nach deinem Abschluss auch in einer ähnlichen Situation wie ich befinden solltest, dich für Sport begeistern kannst und Lust hast mit Kindern zu arbeiten, könnte das hier auf jeden Fall das richtige für dich sein!

 

Erfahrungsbericht 2

 

Du hast gerade deinen Schulabschluss gemacht oder stehst noch kurz davor und weißt jetzt noch nicht, was du danach genau machen willst? Dann geht es dir momentan so wie mir, vor circa einem Jahr. Mein Name ist Sanya Macherski und im Folgenden berichte ich über mein Freiwilliges Soziales Jahr an der Christoph-Kolumbus-Grundschule Ingolstadt…


Während der letzten Wochen vor den Abiturprüfungen wurde mir bewusst, dass ich das Thema „Was werde ich nach meinem Abitur machen?“ nicht mehr länger aufschieben konnte. Ich wusste zwar schon immer, dass ich studieren möchte, allerdings nicht direkt im Anschluss zu meinem Abitur. Vor allem, da ich mich noch nicht mal auf einen Studiengang festgelegt hatte. Daher erschien mir ein FSJ als perfekte Lösung.


Dein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Sport, beginnt mit einem dreiwöchigen Seminar, um den C - Übungsleiterschein im Breitensport zu machen. Womit du in der Lage bist, deine Sportstunden selbstständig leiten zu dürfen. Während der Ausbildung hast du nicht nur die Möglichkeit viele neue Leute kennenzulernen, sondern bekommst auch zahlreiche und hilfreiche Tipps für deine zukünftigen Sportstunden.
Normalerweise besteht auch die Möglichkeit eines Schnuppertages, um schon mal einen ersten Eindruck von der Arbeit am CKGS gewinnen zu können. Aufgrund von Corona musste dieser allerdings bei mir ausfallen. Dass dies jedoch keine Nachteile mit sich zog, bewies mir bereits der erste Tag an der Grundschule. Nach einer sehr herzlichen und aufgeschlossenen Begrüßung wurden wir sofort mit in den Arbeitsalltag eingebunden. Uns wurde von allen von Anfang an großes Vertrauen, Hilfsbereitschaft und große Wertschätzung entgegengebracht.


Während der ersten paar Wochen, hatten wir noch die Möglichkeit den „normaleren Schulalltag“ zu genießen. Immer ein FSJler half Frau Köstler bei der Zubereitung des Schulfrühstücks, bei dem Kinder, die keine Möglichkeit haben zu Hause zu frühstücken, ihre Brote oder auch Müsli in der Schule essen können. Danach startet der Tag mit der sogenannten „Kommphase“. Diese Zeit verbrachte ich mit einer 2. Klasse. Meine Aufgabe lag darin, den Kindern bei ihrem morgendlichen Wochenplan unter die Arme zu greifen, das bedeutet Fragen zu klären oder auch bei einzelnen Aufgaben zu unterstützen, wenn der Lernstoff noch nicht verstanden wurde. Anschließend begann der Unterricht und somit auch für uns FSJler der Sportunterricht. Vormittags begleiteten wir also die Lehrer und ihre Klassen in die Turnhalle.

 

Zunächst durften wir uns den Ablauf solcher Sportstunden anschauen, um einen ersten Einblick, aber auch um ein Gefühl für die Arbeit mit Kindern im Sport zu bekommen. Zwar trainiere ich bereits seit 3 Jahren mit Grundschulkindern im Bereich Taekwondo, allerdings war der Grundschulsport nochmal etwas komplett anderes. Aus diesem Grund war ich froh über die Einführung. Wichtig hierbei zu erwähnen ist, dass zu jeder Zeit die Möglichkeit besteht, bestimmte Teile oder sogar den ganzen Sportunterricht zu übernehmen. Dies kann einfach immer mit der jeweiligen Lehrkraft abgesprochen werden, vor allem da man selbst entscheiden muss, wann man sich bereit dazu fühlt.

 

Unsere Nachmittage waren montags und mittwochs immer mit Sportstunden gefüllt, dabei durften wir dann bereits zu zweit oder zu dritt Klassen übernehmen und unsere selbst geplanten Sportstunden mit ihnen durchführen. Hingegen waren wir dienstags und donnerstags immer in unseren fest zugeteilten Klassen, bei mir eine vierte Klasse, in der Studierzeit eingeteilt. An diesen Tagen haben wir den Kindern der Ganztagsklasse bei ihren Hausaufgaben geholfen.


Leider kam dann der zweite Lockdown und Corona hatte uns alle wieder fest im Griff. So war auch der Schulalltag an der Christoph-Kolumbus-Grundschule von Corona geprägt. Zunächst wurden nur Kinder in der Notbetreuung betreut und alle anderen wurden mithilfe des Distanzunterrichts unterrichtet. Uns FSJlern wurde es zu dieser Zeit freigestellt, ob wir weiterarbeiten oder uns Kurzarbeit eintragen lassen, wir entschieden uns alle drei weiterzuarbeiten. Wir waren mit jeweils einem Lehrer in einer Notbetreuungsgruppe eingeteilt und halfen den Kindern bei ihren täglichen Aufgaben, welche sie über „das Padlet“ zugeteilt bekamen. Auch als die Klassen wieder im Wechselunterricht starten konnten, blieben wir größtenteils in der Notbetreuung und durften sogar allein unsere eigene Gruppe übernehmen. Zugegebenermaßen war an Sport somit nicht mehr zu denken, aber mir persönlich hat auch der Unterricht mit den Kindern viel Spaß gemacht. Damit den Kindern jedoch trotzdem die Gelegenheit geboten wird ein bisschen Sport zu treiben, haben wir wöchentlich kleine Sportvideos mit den unterschiedlichsten Sportthemen für sie gedreht, die auch fleißig genutzt wurden.


Für mich persönlich war das Freiwillige Soziale Jahr eine unglaublich schöne Erfahrung, die ich auch jedem weiterempfehlen würde. Wir wurden direkt mit aufgenommen und uns wurde immer gezeigt, dass unsere Arbeit sehr wertgeschätzt wird. Besonders war der respektvolle und hilfsbereite Umgang miteinander, aber auch der starke Zusammenhalt in diesen schwierigen Zeiten.

 

Erwähnenswert sind auf jeden Fall auch die wöchentlichen Zusammentreffen mit Herrn Zehentbauer oder Frau Baeck für die FSJler, um über Erlebnisse oder Sonstiges reflektierend zu sprechen. Dies kann oft sehr hilfreich sein, denn es sollte einem auf jeden Fall bewusst sein, dass die Arbeit mit Kindern oft herausfordernd sein kann. Trotz allem ist die Arbeit mit den Kindern sehr abwechslungsreich und es können viele Erfahrungen und gemeinsame Erlebnisse gesammelt werden. Besondern schön ist, dass die Kinder einem jeden Tag aufs Neue zeigen, wie sehr sie sich freuen, dass man da ist und einem auch so viel zurückgeben. Das FSJ bot mir außerdem ausreichend Zeit, um mir über mein zukünftiges Studium Gedanken zu machen. Da ich mich für Soziale Arbeit interessiere, wurde mir angeboten, mich mit der Sozialarbeiterin der Schule zu unterhalten und sie eventuell sogar ein Tag begleiten zu dürfen. Dadurch hat sich mein Berufswunsch noch mehr gefestigt.

 

Alles in allem war das FSJ nach dem Abitur die beste Entscheidung und ich würde es jederzeit wieder machen.

 

 

Übrigens:

Meine Schwester hat auch ein FSJ in der CKGS gemacht, ihren Bericht findest du gleich anschließend...!

Aus dem Schuljahr 2018/2019

Hey Du, interessierst du dich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)? Ich bin Kim Macherski und berichte hier von meinem FSJ im Bereich Sport in der Christoph-Kolumbus-Grundschule Ingolstadt (CKGS).

 

Nachdem ich 8 Jahre das Christoph-Scheiner-Gymnasium besucht habe und kurz vor dem Abitur immer noch nicht wusste, was ich einmal machen möchte, habe ich mich nach den Angeboten eines FSJs umgeschaut. Das FSJ gab mir Luft, nach einem passenden Studiengang zu suchen, gleichzeitig hat es in meinem Fall diese Wahl auch beeinflusst. Mir war schnell klar, dass ich mein FSJ nicht in einem Krankenhaus oder einer ähnlichen Einrichtung machen wollte. Daher informierte ich mich über ein FSJ im Bereich Sport.

Es war schwierig, die richtige Website mit den Angeboten für Ingolstadt zu finden. Als ich sie jedoch gefunden hatte, entschied ich mich schnell für die CKGS. Daraufhin vereinbarte ich mit dem Rektor einen Vorstellungstermin. Am Schnuppertag wurde ich von den 3 FSJlern des vorherigen Jahres herumgeführt.

 

Ich habe sofort festgestellt, dass das FSJ ein Jahr mit Herausforderungen sein wird. Es ist kein leichtes Arbeitsfeld, dessen sollte man sich bewusst sein, dennoch war ich davon nicht abgeschreckt. Die FSJler des vorherigen Jahres haben mir das Schulhaus gezeigt und mich in eine Arbeitsgemeinschaft (AG) und ihre Studierzeit mitgenommen. Mir hat es sehr gefallen, vor allem weil es anspruchsvoll und vielfältig ist. Man bekommt am Schnuppertag einen sehr guten Eindruck von dem Schulalltag, der einen erwartet.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrung während meiner Schulzeit und den Anstrengungen der ersten Wochen, dachte ich, dass das Studium des Lehramts nicht für mich geeignet ist. Im Laufe des Schuljahres änderte ich jedoch meine Meinung und möchte nun Grundschullehramt studieren.

Während des FSJ habe ich mich sehr weiterentwickelt. Zunächst bedingt dadurch, dass man von der bekannten Seite des Schülers zu der unbekannten Seite des Lehrers/Betreuers wechselt. Wir wurden angewiesen, den Kindern von Anfang an zu signalisieren, dass wir eine Autoritätsperson sind. Das heißt, dass die Schüler uns mit Nachnamen ansprechen sollen. Außerdem verbessert man während des Schuljahres die Sicherheit einen Teil des (Sport-)Unterrichts zu übernehmen. Das wird aber erst Thema, wenn du dich soweit fühlst. Mir ist es von Woche zu Woche immer leichter gefallen. Spätestens zum Halbjahr bekommt man seine eigene AG im Bereich Sport. Einmal in den Klassen 1/2 und einmal in 3/4. Davor assistiert man einem Lehrer und kann mit ihm individuell je nach Situation abmachen, welche Teile einer AG man übernimmt.

Das Jahr beginnt mit einer Ausbildung zum C-Übungsleiter im Breitensport. Die „Ausbildung“ findet in einer Gruppe mit ca. 20 anderen Jugendlichen statt, welche in zwei weiteren Seminaren aufeinandertrifft. Die Seminare finden statt, um die nötigen Bildungstage während eines FSJ abzuleisten und vermitteln theoretisches Wissen aus dem Bereich Sport wie z.B. über Erste Hilfe, die Körperfunktionen oder auch Doping. Man lernt aber auch viele neue kleine Spiele und Lernschritte, um Kindern eine neue Sportart näher zu bringen. Die Seminare machen wirklich Spaß. Sie bieten außerdem eine gute Möglichkeit, sich mit den anderen über deren Erfahrungen und deren neue Spiele auszutauschen.

Teil des FSJs ist auch, ein Projekt zu organisieren. Das kann ein (Fußball-)Turnier, eine Olympiade oder sonstiges im Bereich Sport sein. Man steht bei der Planung bzw. Vorbereitung des Projekts aber nie alleine da. Hier in der CKGS findet sich immer ein offenes Ohr und eine helfende Hand für die Organisation und Durchführung des Projekts.

Nach meiner Übungsleiterausbildung begann die Tätigkeit in der CKGS. Dort stellte ich schnell fest, dass es hier ein wirklich sehr offenes Lehrerkollegium gibt. Man kann sich bei Fragen zum Ablauf oder dem Inhalt einer Unterrichtsstunde immer Hilfe holen.

 

Auch in diesem Schuljahr sind wir drei FSJler. Wir wurden zugeteilt in je eine feste Klasse. Ich bin morgens die ersten beiden Stunden in „meiner“ dritten Klasse. Dort helfe ich bei der sog. Komm-Phase. Die Kinder sollen dort in der ersten Stunde selbstständig Aufgaben erledigen. In der Zeit danach unterstütze ich die Kinder beim Unterricht. Die nächsten beiden Stunden begleite ich meine oder eine andere Klasse zum Sportunterricht. In der fünften Stunde gehe ich mit einer ersten Klasse zum Mittagessen. Allgemein verbringt man aber sehr viel Zeit mit „seiner“ Klasse. Ich bin sehr froh bei ihnen zu sein und ihren Schulalltag zu erleichtern.

An zwei Nachmittagen habe ich eine eigene AG, an zwei weiteren Nachmittagen habe ich mit meiner Klasse Studierzeit. Einmal in der Woche helfe ich frühmorgens bei den Vorbereitungen zum Frühstück, welches den Kindern von der Schule angeboten wird. Außerdem finden immer wieder Ausflüge statt, die wir FSJler begleiten dürfen. Dann gehen wir ins Kino, zum Spielplatz, zur Feuerwehr, ins Museum und noch vieles mehr.

 

Alles in allem würde ich das FSJ auf jeden Fall wieder machen. Vor allem, weil ich jetzt weiß, was ich später einmal machen möchte. Sowohl der Beruf als Lehrer als auch das FSJ sind sehr anstrengend, jedoch so vielfältig, dass es nie langweilig wird. Außerdem kann man Kindern jeden Tag etwas Positives mitgeben. Ich würde das FSJ im Bereich Sport an der CKGS jedem weiterempfehlen. Man hat nicht nur Zeit zur Orientierung nach dem Abschluss, man lernt nebenbei noch unglaublich viel.

Erfahrungsbericht von Lorenz Giel

 

Hey liebe zukünftige FSJler,

nach meiner mittleren Reife war ich mir noch nicht ganz sicher, was ich für eine Ausbildung machen möchte oder evtl. weiter zur Schule zu gehen um dann zu Studieren.

Wenn es dir genauso schwer fällt, wie mir eine Entscheidung zu treffen, kann ich dir nur ein FSJ empfehlen.

 

Du sammelst in diesem Jahr viele Erfahrungen, wirst älter und du hast Zeit zum Überlegen, was du später einmal machen möchtest. Nun versuche ich dir einen Einblick zu geben, was du in einem FSJ im Sport so tun wirst:

Du solltest Spaß am Sport haben, vor allem aber am Umgang mit Kindern. Keine Angst, ich hab mir das am Anfang auch noch nicht zugetraut und nicht gewusst, was da so auf mich zukommt. Glaub mir, so schlimm ist es nicht und es macht sogar richtig Spaß.

Gleich zu Beginn besuchst du eine zweiwöchige Ausbildung zum Übungsleiter, der dich über theoretische Dinge, zum Beispiel wie du dich richtig verhältst wenn Kinder sich verletzen oder ständig stören oder welche Möglichkeiten bei verschiedenen Sportarten du hast, um die Gruppe zu beschäftigen, informieren.

Es finden auch praktische Stunden statt, wo du sehr viele neue Spiele kennenlernst, die du dann für deine eigenen Sportstunden anwenden kannst. Außerdem lernst du auch vor einer Gruppe zu stehen, Spiele zu erklären die du dann mit deiner Gruppe durchführen möchtest.

Am Ende der zwei Wochen legst du zwei Prüfungen ab, eine theoretische und eine praktische Prüfung. Wenn du diese bestehst, hast du den Übungsleiterschein im Breitensport.

 

Danach geht es an der Schule los und du wirst erst einmal von den Kollegen sehr nett und höflich aufgenommen. Sie stehen dir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Du bekommst deinen Stundenplan, der deine Unterrichts- und Sportstunden beinhaltet. Auch die Einteilung für die Mittagsbetreuung einer Klasse steht jeden Tag, außer am Freitag, auf dem Plan. Da du in verschiedenen Klassen im Sportunterricht dabei bist, ist es sehr abwechslungsreich.

 

Wenn du dazu bereit bist, kannst du auch selbst einen Teil einer Sportstunde übernehmen. Das kann sowohl das Aufwärmen, der Hauptteil oder das Abwärmen sein. Wenn du es willst und dir das zutraust, kannst du auch die gesamte Sportstunde übernehmen. Montags und mittwochs bist du in Arbeitsgemeinschaften eingeteilt. Bei mir war es so, dass ich am Montag in der ersten und zweiten Klasse und am Mittwoch in der dritten und vierten Klasse war.

 

Für mich war es die richtige Entscheidung ein FSJ zu machen. Es macht mir sehr viel Spaß und ich gehe jeden Tag sehr gerne zu den Schülern der Christoph Kolumbus Schule.

 

Erfahrungsbericht von Felix Distler

BEWERBUNG UND SCHNUPPERTAG AN DER SCHULE

Nach meinem Abitur 2017 hatte ich keine wirkliche Idee, was ich studieren könnte. Nur die Idee es mit Grundschullehramt zu versuchen, hatte ich bereits etwas länger und entschied mich deshalb ein FSJ in einer Grundschule zu beginnen. Auf einer Internetseite die eine Vielzahl an FSJ-Stellen auflistet (http://www.fsj.bayern.de/) wurde mir die Christoph-Kolumbus Grundschule in Ingolstadt angezeigt. Auf der Seite der Bayerischen Sport-Jugend (https://www.bsj.org/index.php?id=1959) konnte ich mich für das FSJ unverbindlich bewerben. Danach vereinbarte ich einen Schnuppertag an dieser Schule, überzeugte mich davon, dass mir die Arbeit wirklich gefallen könnte und bestätigte dem Schulleiter Herrn Zehentbauer kurze Zeit später, ab September als FSJler dort anfangen zu wollen.

 

ÜBUNGSLEITERSCHEIN IN MÜNCHEN

Ende August besuchte ich in München den Übungsleiter C-Lehrgang. Dieser Schein wird vorausgesetzt um im Sportunterricht und in der Sport-AG selbstständig arbeiten zu dürfen. Drei Wochen später, in denen ich meine FSJ-Kollegen Kim und Lorenz kennenlernte und den Lehrgang erfolgreich beendete, begann meine Arbeit in der Christoph-Kolumbus Grundschule.

 

MEINE TÄTIGKEITEN IN DER GRUNDSCHULE

Montags, mittwochs und donnerstags arbeite ich seitdem von 7:45 Uhr bis 16 Uhr, am Freitag ist schon um etwa 12:15 Uhr Schluss, während mein Tag dienstags bereits um 7:00 Uhr beginnt, da ich beim Frühstück mithelfe. Dabei helfe ich Frau Köstler, die das Schulfrühstück organisiert, beim Belegen von Broten und beim Aufbau der verschiedenen Speisen, die die Schüler gerne essen.

Anschließend gibt es wie jeden Tag zahlreiche Aufgaben für mich zu erfüllen. Oft bin ich in meiner, mir zugeteilten Klasse, in der ich neben dem Sportunterricht auch im normalen Unterricht dabei bin. Dort unterstütze ich die Lehrkräfte, indem ich die Hausaufgaben korrigiere, Arbeitsblätter kopiere und auch Fragen der Schüler bei Übungen beantworte und ihnen Aufgaben erkläre.

Auch die Pausenaufsicht gehört zu meinen Tätigkeiten an der Christoph-Kolumbus Grundschule. In den beiden Pausen ist es wichtig bei Streit zwischen den Schülern einzugreifen und sich um verletzte Schüler zu kümmern um für eine angenehme Atmosphäre auf dem Pausenhof zu sorgen. Dabei ist immer mindestens ein weiterer Lehrer ebenfalls anwesend, der mir bei gröberen Problemen helfen könnte.

Den sportlichen Teil des Sport-FSJs stellt unter anderem die Mithilfe im Sportunterricht dar. Hier half ich den Lehrern anfangs eher beim Aufbau von verschiedenen Geräten und schaute oftmals zu. Erst als ich mich sicher genug fühlte, sollte ich auch immer mehr Spiele erklären und mir eigene Dinge für den Sportunterricht überlegen. Da in die Schule ein eigenes Schwimmbad integriert ist, war ich auch des Öfteren beim Schwimmunterricht dabei, wo ich den Lehrer bei der Bereitstellung der zahlreichen Schwimmutensilien helfe.

Den anderen sportlichen Teil des FSJs stellen die Arbeitsgemeinschaften (AGs) dar. Hier bietet der AG-Leiter eine Sportart an, die in der AG geübt und gespielt werden soll. Im ersten Halbjahr wurde ich in zwei AGs eingeteilt, für die jeweils ein Lehrer verantwortlich war. Doch schon etwas später übernahmen meine FSJ-Kollegen und ich immer mehr selbstständig AG-Stunden um uns auf das zweite Halbjahr vorzubereiten. Dann sollten wir nämlich eigene AGs anbieten. Ich entschied mich sowohl für die 1. und 2. Klasse am Montag als auch für die 3. und 4. Klasse am Mittwoch Fußball anzubieten.

 

Da die Christoph-Kolumbus Grundschule in jeder Klassenstufe auch drei Ganztagesklassen anbietet, bekommen die Schüler jeden Tag ein Mittagessen. Als FSJler soll ich bei einer ersten und bei einer vierten Klasse bei der Essensausgabe an die Schüler und der Betreuung der Schüler helfen. Hier ist aber auch immer ein Lehrer anwesend und in der Schulküche helfen ebenfalls die sehr freundlichen Küchenfrauen, weshalb ich die Zeit nutzen konnte um selbst zu essen.

Nach dem Mittagessen steht für meine Klasse immer die sogenannte „Studierzeit“ an, in der die Schüler ihre Hausaufgaben erledigen. Dabei bin ich immer dienstags mit einer Lehrerin zusammen in der Klasse und helfe den Schülern bei Fragen oder korrigiere die Hausaufgaben, die bereits fertig ist. Am Donnerstag bekomme ich einen Teil der Klasse, in etwa zehn Schüler, die ich alleine beim Bearbeiten der Hausaufgaben beaufsichtige. Nach der Studierzeit haben die Schüler bis zum Schulschluss um 16 Uhr meistens noch eine halbe Stunde Freizeit, in der sie im Pausenhof oder am Fußballfeld spielen dürfen. Hier passe ich wie bei der Pausenaufsicht auf, dass den Schülern nichts passiert und greife bei eventuellen Streitigkeiten ein.

Neben diesen alltäglichen Tätigkeiten werden wir FSJler auch immer wieder als Begleitperson bei Ausflügen oder Exkursionen eingesetzt. Während des Ausflugs passe ich darauf auf, dass die Schüler beispielsweise nicht auf die Straße laufen, sich im Bus ordentlich benehmen oder generell nicht in gefährliche Situationen geraten. Neben den ganzen Aufgaben ist diese Tätigkeit aber auch sehr schön, da man mit den Schülern zusammen Dinge wie zum Beispiel ein Filmfestival, die Feuerwehr oder die Eislaufarena besucht.

 

PERSÖNLICHE MEINUNG ÜBER DAS FSJ

Leider neigt sich mein FSJ mittlerweile bald dem Ende zu. Ich werde viele Dinge an der Schule, wie die sehr freundlichen und hilfsbereiten Kollegen, vermissen. Immer wenn ich Hilfe oder Unterstützung von einer Lehrkraft brauche, bekomme ich diese. Auch von Herrn Zehentbauer bekommen wir im Rahmen einer wöchentlichen Besprechung hilfreiche Tipps, falls ein Problem aufgetreten ist.

Der Bericht zeigt auch, wie viele abwechslungsreiche und vielseitige Tätigkeiten ein FSJler an der Schule ausüben darf. Obwohl man ein Sport-FSJ absolviert, wird man noch in ganz vielen anderen Bereichen eingesetzt und hält nicht nur Sportunterricht.

Ebenfalls sehr positiv finde ich, dass man die Sportart bei seiner AG selbst bestimmen darf. Dadurch kann man den Schüler etwas anbieten, was einem persönlich auch Spaß macht. Vermissen werde ich natürlich auch die vielen netten Kinder an dieser Schule.

 

Es gibt aber auch Dinge, die mir bei meinem FSJ nicht so gut gefallen oder die mir schwerfallen.

Die Hausaufgabenzeit am Donnerstag ist für mich von Anfang an eher stressig gewesen, da es sehr anstrengend ist, meinen Teil der Klasse ruhig zu halten. Wirklich helfen kann ich den Schülern bei den Hausaufgaben nicht, da ich meine ganze Aufmerksamkeit darauf verwenden muss, dass die Kinder wieder zur Ruhe kommen.

Auch nicht so gut gefällt es mir, wenn ich in meiner Klasse beim normalen Unterricht dabei bin und dann eigentlich nicht wirklich was zu tun habe. Das ist der Fall, wenn alle Hausaufgaben und Arbeitsblätter korrigiert sind und die Schüler keine Übung machen, bei der ich helfen kann. Je nach Unterricht kann es dann schon etwas langweilig werden.

 

Insgesamt überwiegen für mich aber eindeutig die positiven Seiten des FSJs und kann jedem, der später einen Beruf im sozialen Bereich machen möchte, empfehlen auch einen Schnuppertag auszumachen und vielleicht ein FSJ an der Christoph-Kolumbus Grundschule zu beginnen.